Was ein Passwort wirklich sicher macht
Sicherheit ergibt sich aus Unvorhersagbarkeit, nicht aus Komplexitätsregeln. P@ssw0rd! erfüllt jede Formularvorgabe und steht in jeder Wörterliste; eine zufällige Folge aus 20 Zeichen erfüllt dieselben Regeln und ist praktisch nicht zu erraten.
Zwei Faktoren zählen: die Größe des Zeichensatzes und die Länge. Beides zusammen ergibt die Entropie, und die Länge hat den größeren Hebel.
Wie Entropie funktioniert
Die Entropie beträgt log2(Zeichensatz) × Länge. Aus allen vier Klassen ergibt sich ein Zeichensatz von 88 Zeichen und damit 6,46 Bit pro Zeichen: 16 Zeichen liefern rund 103 Bit, 24 Zeichen rund 155 Bit.
Ab etwa 100 Bit ist Durchprobieren auch mit spezialisierter Hardware aussichtslos. Der praktische Angriffsvektor ist dann nicht mehr das Passwort selbst, sondern Wiederverwendung, Phishing oder ein Datenleck beim Anbieter.
Kryptografischer Zufall statt Math.random()
Math.random() ist auf Geschwindigkeit ausgelegt, nicht auf Unvorhersagbarkeit. Aus einigen beobachteten Werten lässt sich der interne Zustand rekonstruieren und damit die gesamte Folge - vergangene wie künftige.
Dieser Generator verwendet crypto.getRandomValues() und wählt jedes Zeichen per Verwerfungssampling aus, damit keine Position durch Modulo-Verzerrung bevorzugt wird. Anschließend wird mit einem Fisher-Yates-Durchlauf gemischt.
Empfohlene Längen nach Anwendungsfall
12 Zeichen als absolutes Minimum für unkritische Konten. 16 Zeichen für den Alltag. 20 bis 24 Zeichen für E-Mail-Postfächer, Online-Banking und das Hauptpasswort des Passwortmanagers - das E-Mail-Konto ist der Wiederherstellungsweg für alles andere.
32 Zeichen und mehr für API-Schlüssel und Dienstkonten, die ohnehin nur maschinell verarbeitet werden.
Passwörter niemals im Klartext speichern
Wer Passwörter serverseitig verarbeitet, speichert ausschließlich Hashes aus einem dafür vorgesehenen Verfahren mit Salt: Argon2id bevorzugt, sonst scrypt oder bcrypt.
SHA-256 und MD5 sind hier ungeeignet: sie sind auf Geschwindigkeit optimiert, was Angreifern Milliarden Versuche pro Sekunde erlaubt. Passwort-Hashverfahren sind absichtlich langsam und speicherintensiv.
Passwortmanager
Zufällige Passwörter sind nur praktikabel, wenn Sie sie sich nicht merken müssen. Ein Passwortmanager übernimmt genau das und löst gleichzeitig das größere Problem: Wiederverwendung. Merken müssen Sie sich dann nur ein starkes Hauptpasswort - und das sollte lang sein.
Zwei-Faktor-Authentifizierung
Auch ein perfektes Passwort schützt nicht gegen Phishing oder ein Leck beim Anbieter. Ein zweiter Faktor tut das: am besten ein Passkey oder ein Hardware-Schlüssel nach FIDO2, sonst eine TOTP-App. SMS-Codes sind der schwächste zweite Faktor, weil Rufnummern übernommen werden können - aber immer noch besser als kein zweiter Faktor.
Datenschutz
Die erzeugten Passwörter verlassen Ihren Browser nicht. Es findet keine Netzwerkanfrage statt, nichts wird protokolliert, und die Seite funktioniert auch offline. Sie können das im Netzwerk-Tab der Entwicklerwerkzeuge nachprüfen.